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News and Views on Foreign Relations and Diplomacy

Arabische Liga schließt ihre Berliner Botschaft, Wien wird aufgestockt

Auch Buenos Aires und Nairobi betroffen / Exklusivbericht von diplo.news
October 17, 2026
October 17, 2026
Die Gipfeltreffen der Arabischen Liga – hier in Bagdad im vergangenen Jahr – verlaufen nicht immer harmonisch (Foto: Arabische Liga)

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Die Liga der Arabischen Staaten (LAS) gibt weltweit einige Standorte auf. Auch die diplomatische Vertretung in Deutschland wird aufgelassen. Im Gegenzug wird das Büro der Liga in Wien aufgestockt. Deutschland soll künftig von der österreichischen Hauptstadt aus mitbetreut werden. Das erfuhr diplo.news aus diplomatischen Kreisen. 

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Offiziell werden Kostenargumente für die Maßnahmen angeführt. Inoffiziell dürften indes auch andere Gründe für die 22 Mitgliedsstaaten mitgespielt haben. Langjährige Beobachter der bilateralen Beziehungen verweisen auf die jüngsten Verwerfungen und Krisen und fragen sich, ob nicht tieferliegende Gründe den Ausschlag gegeben haben könnten. Gerüchten zufolge könnte auch Unzufriedenheit über die deutsche Nahostpolitik dahinter stecken. Die Berliner Repräsentanz in der Jägerstraße nahe dem Gendarmenmarkt im Bezirk Mitte soll nun in einigen Monaten geräumt werden.

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Wien wird aufgewertet

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Wien als Sitz mehrerer multilateraler Organisationen wird aufgewertet. Die Vertretung der Arabischen Liga in der Donau-City-Straße im 22. Bezirk besitzt den diplomatischen Status einer Botschaft und fungiert als Verbindungsbüro zu Österreich sowie zu den internationalen Organisationen wie etwa den UNO-Einrichtungen.

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Österreich ist naturgemäß kein Mitgliedsland der Arabischen Liga, doch seit 2013 als Beobachter akkreditiert. Der Liga gehören derzeit 22 Mitglieder an: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, die Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina (das durch Österreich nicht als Staat anerkannt wird), Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

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Hauptziel der Liga ist, die Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten zu vertiefen und ihre politischen Aktivitäten zu koordinieren, was jedoch nicht immer erfolgreich erzielt werden konnte. 

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Rückzug aus Argentinien und Kenia

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Neben ihrem Hauptsitz in Kairo betreibt die Organisation weltweit diplomatische Vertretungen, um die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen der arabischen Welt und anderen Regionen zu stärken. Dazu gehörten bis jetzt auch Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens, und Nairobi, die Hauptstadt Kenias. Allerdings erwartet die beiden Standorte in Lateinamerika und in Afrika das gleiche Schicksal wie Berlin, nämlich die Schließung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. 

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Nabil Fahmy, Außenminister a.D., ist seit der Monaten der neue Generalsekretär

Seit Juli 2026 hat die Liga einen neuen Generalsekretär. Der ägyptische Diplomat Nabil Fahmy, 1951 in New York geboren, ist Sohn des früheren ägyptischen Außenministers Ismail Fahmi und war von 2013 bis 2014 selbst Außenminister, außerdem Botschafter Ägyptens in den Vereinigten Staaten und in Japan. 

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Fahmy hatte in seiner diplomatischen und wissenschaftlichen Karriere – er ist emeritierter Dekan der School of Global Affairs and Public Policy an der American University in Kairo – Verbindungen zu Berlin, teils zu politischen Gesprächen, teils als Mitglied des Beirats der Hertie School of Governance in Berlin. Vor drei Monaten übernahm Fahmy die Funktion des Generalsekretärs von seinem Vorgänger Ahmed Abu El Gheit, einem ebenfalls ägyptischen Diplomaten, der die Liga zehn Jahre lang geführt hatte. 

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Ewald König 

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