
Wie immer war auch diesmal Weihnachten die Zeit der Familienfeste, aber auch der formellen Einladungen. Für viele eine echte Herausforderung, ob es eine Tischordnung geben soll, und wenn ja, welche.
Ist die engere oder weitere Familie zu Gast, gilt „free seating“. Also jeder darf bei Tisch sitzen, wo er will. Die Gastgeber machen nur dann eine Tischordnung, wenn sie unbedingt die zusammenzusetzen wollen, die sich selten sehen, die sich besonders gut verstehen, gerade dieselben beruflichen oder privaten Erfahrungen machen, an denselben Themen interessiert sind, oder, wenn es international wird, dieselbe Sprache sprechen.
Im Zweifel gilt die internationale Tischordnung
Was aber, wenn der Chef oder die Chefin eingeladen wird, die in Formsachen eher pingelig sind? Da macht man eine Tischordnung nach Rang. Die Frau des Chefs oder die Chefin sitzt dann rechts neben dem Gastgeber und der Chef bzw. der Mann der Chefin rechts neben der Gastgeberin. Denn rechts von einem ist der Ehrenplatz, ob man sitzt oder geht. Das ist die internationale Tischordnung. Und nach der sollten Sie sich im Zweifel richten.
Wo die deutsche Tischordnung mehr Sinn macht
Trotz eines kleinen Problems. Denn nach der (alten) deutschen Tischordnung sitzt der Ehrengast links neben der Gastgeberin, um ihr Ehre zu erweisen; sie ist seine Tischdame. Deshalb macht die deutsche Tischordnung mehr Sinn.
Auch hat der Ehrengast nach der internationalen Tischordnung nicht nur die Gastgeberin linker Hand, sondern auch seine Tischdame rechter Hand zu unterhalten, Aber egal: Die Logik trägt nicht immer den Sieg davon. Die internationale Tischordnung wird überwiegend angewandt. Sie folgt stur der Regel „Der Ehrengast sitzt rechts“. Das ist nicht nur leichter zu merken, wir werden auch alle internationaler und haben gelegentlich ausländische Gäste, denen das vertraut ist.
Besser flexibel als dogmatisch
Wenn sich jemand über seine Platzierung beschwert, haben Sie mit dem Hinweis auf die internationale Tischordnung eine gute Erklärung. Aber seien Sie nicht dogmatisch, sondern bleiben Sie flexibel. Wenn Sie wissen, dass die Gesellschaft, in der Sie sich bewegen, die deutsche Tischordnung anwendet, dann passen Sie sich dem an.
Die deutsche Tischordnung wird auch in Österreich und in den skandinavischen Ländern angewandt. In letzteren wird die Frage, wer Ehrengast ist, dadurch virulent, dass nach dem Essen vom diesem eine Dankesrede erwartet wird. Ist es nun der Herr links von der Gastgeberin (heimische Tischordnung), oder der rechts von ihr? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft, wenn man die andere Person nicht kennt, nur der Rückgriff auf weißes Haar und das vermutliche Alter.
Aber genießen Sie solche Anlässe. Und eine falsche Tischordnung ist auch kein Beinbruch. Zumal Sie in jedem Fall eine gute Erklärung dafür haben, dass sie die richtige ist.