
Sowohl das Corps Consulaire (CCD) auf seinem dreitägigen Meeting in Dresden als auch das International Forum on Diplomatic Training (IFDT) auf seiner viertägigen Jahreskonferenz in Doha haben angesichts der Weltlage viel Gesprächsbedarf, teilweise sogar mit recht ähnlichen Themen.
Gipfeltreffen der Diplomatischen Akademien
Von den 80 Diplomatischen Akademien und Diplomatischen Instituten, die es in rund 60 Ländern gibt, kommen die Chefs alljährlich zu einer Konferenz zusammen. Diesmal ist der Gastgeber der Golfstaat Katar (8. bis 11. November). Sie wollen in Doha, der Hauptstadt des Golfstaates, nicht nur über die Zukunft der diplomatischen Ausbildung diskutieren, vor allem wie sich die Ausbildung junger Diplomaten auf geopolitische Veränderungen, technologische Entwicklungen und die neuen Anforderungen an die diplomatische Praxis einstellen kann – und wie zugleich internationale Zusammenarbeit und Innovation gestärkt werden können.

Es ist insgesamt das 52. Forum. Es steht diesmal unter dem Leitmotiv: „Beyond Diplomatic Training: Preparing Diplomats for a World in Transformation“. Die Diplomatischen Akademien sondieren ihre künftige Rolle und suchen neue Ansätze für eine kompetentere Ausbildung und für lebenslanges Lernen. Der Einzug der Künstlichen Intelligenz und der digitalen Transformation in die Diplomatie wirft die Fragen auf, wie sich diplomatische Praktiken verändern und welche Kompetenzen den Diplomaten künftig abverlangt werden.
Nach wie vor geht es aber auch um die menschliche Dimension der Diplomatie, die in interkulturellen Fähigkeiten, aber auch in Führungskompetenz und Verhandlungsführung gefragt ist.
Das International Forum on Diplomatic Training (IFDT) wurde 1972 gegründet. Den ständigen Vorsitz haben die jeweiligen Chefs zweier Institutionen inne: der Direktor der Diplomatischen Akademie Wien, derzeit Botschafter Martin Eichtinger, und die Direktorin des Institute for the Study of Diplomacy an der Walsh School of Foreign Service der Georgetown University, derzeit Botschafterin Barbara Bodine.
Die Diplomatische Akademie Wien ist die älteste Diplomatenschule der Welt. Sie wurde 1754 von Kaiserin Maria Theresia gegründet und genießt weltweit hohes Renommee. An der Gründung und Entwicklung des Diplomatischen Instituts, das im katarischen Außenministerium angesiedelt ist, war die Wiener Akademie stark beteiligt.


Gipfeltreffen der Honorarkonsuln
Auch die in Deutschland amtierenden Honorarkonsuln kommen jedes Jahr zusammen, abwechselnd in Berlin und in einem anderen Bundesland – diesmal in Dresden (6. bis 8. November). Sie treffen Oberbürgermeister Dirk Hilbert und den Chef der Staatskanzlei, Andreas Handschuh, haben reichliches Kulturprogramm und beschäftigen sich diesmal mit der Frage, wie sie ihre Tätigkeit noch sichtbarer machen können, wobei neue Informationsformate und Kommunikationswege wie Webinare, Internet und Aktivitäten in Social Media eine wichtige Rolle spielen.
In einem Workshop erläutert Peter Rosenbaum (Technische Universität Dresden – International Affairs) in einem Impulsvortrag die internationalen Verknüpfungen und Aktivitäten der Exzellenz-Universität Dresden.
Der CCD ist die nationale Interessenorganisation mit Sitz in Berlin. Sie steht nicht nur den Honorarkonsuln, sondern auch Berufskonsuln aller Entsendestaaten in Deutschland offen. Die Vereinigung wurde 1995 gegründet und ist europaweit die Konsularvereinigung mit der höchsten Mitgliederzahl. Sie vertreten mehr als 100 Entsendestaaten.
CCD-Präsident ist Roderich C.Thümmel, Rechtsanwalt in Stuttgart und Honorarprofessor an der Universität Tübingen, außerdem Honorarkonsul von Island in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland.
ekö
