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News and Views on Foreign Relations and Diplomacy

Wie Usbekistan Fußballdiplomatie betrieb

Zum Sieg gegen Portugal hat es zwar nicht gereicht, aber Usbekistan verstand es Dienstag Abend, seine allererste Teilnahme an einer Fußballweltmeisterschaft diplomatisch perfekt zu nutzen. 
June 23, 2026
June 23, 2026
Ronaldo vom portugiesischen Team dominierte das Public Viewing im Garten der usbekischen Botschaft (Foto: Kwak)

Es war nicht nur die erste Qualifikation in der Geschichte Usbekistans, sondern sogar die erste WM-Teilnahme von ganz Zentralasien. Gegen Ronaldo und das portugiesische Team hatte Usbekistan keine großen Chancen, aber durchaus Hoffnung und Selbstbewusstsein.

Im großzügigen Garten der usbekischen Botschaft in der Perleberger Straße ging es nicht nur ums Zuschauen. Botschafter Dilshod Akhatov kam unmittelbar vor Anpfiff zu den Public-Viewing-Gästen in seine Botschaft – direkt nach dem Besuch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers in Taschkent. Von dieser offiziellen Visite des deutschen Staatsoberhaupts konnte der Botschafter in seinem Grußwort gleich berichten, etwa von der gemeinsamen Erklärung zum Ausbau der vielseitigen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. 

Der Schwerpunkt lag auf der Wirtschaft. Für finanzielle Zusammenarbeit wurde ein weiteres Abkommen unterzeichnet, mit dem Zuschüsse und zinsgünstige Finanzierungsmittel für Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung geplant sind. Ferner wurde der Start mehrerer Investitionsprojekte verkündet, vor allem die Großmontageanlage für Volkswagen in Taschkent, der Bau eines Logistikzentrums von Rhenus in der Region Andijan, die Produktion flüssiger Haushaltsreinigungsmittel, aber auch die Ausbildung von Fachkräften des Eisenbahnsektors sowie die Eröffnung von Prüfungs- und Zertifizierungszentren. 

Ferner berichtete Dilshod Akhatov vom Internationalen Investitionsforum, das soeben Taschkent stattfand und das innerhalb von fünf Jahren die internationale Beteiligung namhafter Unternehmer fast vervierfacht hat. Das zeige das wachsende internationale Interesse an Investitionen. 

Für ihn und seine Landsleute war der Dienstag „ein historischer Tag“. „Die erstmalige Teilnahme unserer Nationalmannschaft ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Landes.“  

Und für den Bundestagsabgeordneten Christian Görke war der Abend ein Dilemma. Der Linke-Politiker ist sowohl Vorsitzender der Deutsch-Zentralasiatischen Parlamentariergruppe als auch Stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Portugiesischen Parlamentariergruppe. Letztlich ging das Match mit 5:0 für Portugal aus, doch der Fußballdiplomatie mit vielen Gästen aus anderen Botschaften tat dies keinen Abbruch.

ekö