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News and Views on Foreign Relations and Diplomacy

Außenministerien warnen vor nordkoreanischen IT-Fachkräften

Remote-Arbeit mit falschen Identitäten soll Kernwaffen- und Raketenprogramme des Landes finanzieren
July 31, 2026
July 31, 2026
Datenklau und Unternehmensspionage – der Westen ist für Nordkorea höchst interessant (Foto: Archiv)

 

Elf Staaten – darunter Deutschland, die USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Südkorea – warnen gemeinsam vor nordkoreanischen IT-Fachkräften, die unter falschen Identitäten weltweit als Remote-Arbeiter auftreten. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin Freitag Nachmittag mit.

 

Die von den Nordkoreanern erzielten Einkünfte dienen nach Einschätzung der beteiligten Regierungen der Finanzierung des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms. Gleichzeitig stellen diese Personen ein erhebliches Cyber- und Sicherheitsrisiko für Unternehmen dar.

 

Die nordkoreanischen IT-Spezialisten geben sich häufig als Staatsangehörige anderer Länder aus, nutzen gefälschte Ausweisdokumente und bedienen sich Mittelsmännern, um Online-Konten einzurichten oder Bewerbungsgespräche zu führen.

 

Sie arbeiten vor allem in Bereichen wie Softwareentwicklung, mobilen Anwendungen und Blockchain-Technologien und lassen sich bevorzugt über Kryptowährungen oder Konten Dritter bezahlen. Ihren tatsächlichen Aufenthaltsort verschleiern sie mit Hilfe von VPNs, Proxyservern oder sogenannten „Laptop-Farmen“.

 

Die Staaten weisen darauf hin, dass nordkoreanische IT-Fachkräfte nicht nur Einkommen generieren, sondern auch für Datendiebstahl, den Diebstahl von Kryptowährungen und den Abfluss sensibler Unternehmensinformationen verantwortlich sein können.

 

Zudem nutzen sie zunehmend künstliche Intelligenz, um ihre Identitäten glaubwürdig zu verschleiern. Der Warnhinweis nennt zahlreiche Anzeichen, die auf betrügerische Bewerber hindeuten können. Dazu gehören häufige Änderungen von Kontodaten, gefälschte Ausweisdokumente, mehrere Konten mit denselben Identitätsnachweisen, ungewöhnliche IP-Muster sowie auffällige Aktivitäten auf Online-Plattformen.

 

Verdächtig niedrige Gehaltsforderungen

 

Bei Bewerbern können unter anderem mangelhafte Sprachkenntnisse, manipulierte oder verweigerte Videointerviews, ungewöhnlich niedrige Gehaltsforderungen, Teamarbeit über eineinzelnes Konto sowie der Wunsch nach Bezahlung in Kryptowährungen Warnsignale sein.

 

Die unterzeichnenden Staaten fordern Regierungen, Unternehmen und Betreiber von Online-Plattformen auf, ihre Identitätsprüfungen zu verschärfen, persönliche Vorstellungsgespräche konsequent durchzuführen und verdächtige Konten frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, die Finanzierung nordkoreanischer Waffenprogramme zu erschweren und Unternehmen besser vor Cyberkriminalität zu schützen.

 

Gemäß Resolution 2397 des UNO-Sicherheitsrats müssen alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen alle nordkoreanischen Staatsangehörigen, die im Hoheitsgebiet des jeweiligen Mitgliedsstaats Einkommen erzielen, nach Nordkorea repatriieren, abgesehen von einigen Ausnahmen.

 

ekö