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Geheimtreffen über Nahost in Berlin

Auch US-Vizepräsident J.D. Vance soll teilgenommen haben
September 16, 2026
September 16, 2026
Der Tag, an dem viel mehr passierte als nur ein Handshake zwischen den Staatsoberhäuptern der Vereinigten Arabischen Emirate und Deutschlands (Foto: Bundesregierung/Sandra Steins)

Das geheime Militärtreffen fand nach Informationen von diplo.news in Berlin statt. Am Donnerstag voriger Woche soll sich auch US-Vizepräsident J.D. Vance für einige Stunden in der Hauptstadt aufgehalten haben.

Berlin hatte am Donnerstag voriger Woche höchste Sicherheitsstufe, das Regierungsviertel und die Gegend um das Hotel Waldorf-Astoria nahe Bahnhof Zoologischer Garten waren lahmgelegt, die Straßen gesperrt, auf dem Dach des Hauses der Bundespressekonferenz waren in Blickrichtung Bundeskanzleramt Schützen postiert. 

Nur vordergründig ging es an dem Tag um die Sicherheit von zwei hohen Besuchern. Das Staatsoberhaupt der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, befand auf Staatsbesuch in Berlin – dem ersten Staatsbesuch eines Präsidenten des Golfstaates in Deutschland überhaupt –, gleichzeitig nahm Nato-Generalsekretär Mark Rutte an der Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt teil. 

Für diese beiden Besucher schienen die Sicherheitsmaßnahmen an dem Tag zwar ungewöhnlich hoch, dennoch gerechtfertigt. Tatsächlich galten die Maßnahmen jedoch nicht nur dem Gast aus den Emiraten und dem Chef der Nato, sondern den Teilnehmern eines Geheimtreffens, an dem sogar US-Vizepräsident J.D. Vance teilgenommen haben soll. 

Üblicherweise haben Staatsgäste, die nur einen Tag in Berlin weilen, ein enges Programm. Scheich Mohammed hingegen hatte in seinem Besuchsprogramm Pausen, die ihm die Teilnahme am Geheimtreffen ermöglicht haben könnten. Eingerahmt war der Besuch am Donnerstag von zwei Terminen bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Empfang mit militärischen Ehren fand um zehn Uhr in der Villa Borsig in Berlin-Tegel statt, weil das Präsidialamt renoviert wird. Anschließend kamen die beiden Staatsoberhäupter zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammen, gefolgt von einem Gespräch mit den Delegationen. Um 19:30 Uhr begrüßten der Bundespräsident und Elke Büdenbender den Scheich zum Staatsbankett im provisorischen Amtssitz am Spreebogen, der sich unweit des Kanzleramts befindet.

Was sich an dem Tag in der Hauptstadt abspielte, bekam ganz Berlin zu spüren. Das Regierungsviertel und die Gegend um das Auswärtige Amt sowie das Westberliner Zentrum rund um das Hotel Waldorf Astoria waren abgeriegelt. Viele Straßen und gewisse U-Bahn-Ausgänge waren gesperrt, Helikopter kreisten über der Stadt. Der Botschafter von Tadschikistan, Imomudin Sattorov, musste seinen für diesen Tag im Waldorf Astoria vorgesehenen Nationalfeiertagsempfang kurzfristig ins Hotel Adlon verlegen. Als Vorwand diente der Besuch des Gastes aus Dubai und seiner Delegation. Dass es in Wahrheit um den amerikanischen Vizepräsidenten ging, erfuhr er nicht. Gäste des Hotels wurden aufgefordert, sich nicht in der Lobby aufzuhalten, sondern entweder sich in ihr Zimmer zu begeben oder das Haus zu verlassen. 

Am Flughafen BER war am Donnerstagnachmittag die VIP-Lounge gesperrt. Auch hochrangige Diplomaten wurden am Eingang abgewiesen. Nach Informationen von diplo.news dürfte sich J.D. Vance in diesem Bereich aufgehalten haben, später auch im Waldorf Astoria. 

Nachfragen von diplo.news in der US-Botschaft über Einzelheiten des Aufenthalts des amerikanischen Vizepräsidenten wurden mit dem Hinweis beantwortet, man möge sich direkt an das Büro von J.D. Vance wenden. Die persönliche Anwesenheit von Vance in Berlin wollte niemand bestätigen, sie wurde aber auch nicht dementiert. 

Erst am späten Abend des gestrigen Dienstag wurde durch einen Bericht aus Washington etwas mehr über das Treffen bekannt. Ein Regierungsbeamter wird zitiert, dass das US-Militär in der vergangenen Woche hochrangige Militärvertreter von acht Ländern zu einer Konferenz in Deutschland empfangen habe. Dabei sei es um Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten und über den Iran gegangen. 

Redaktion von diplo.news