Search

diplo.news

News and Views on Foreign Relations and Diplomacy

Geschenk von der höchsten Hauptstadt der Welt ins Berliner Flachland 

Botschafter von Ecuador übergibt wertvolle historische Hefte aus Quito ans Ibero-Amerikanische Institut (IAI) – und entdeckt Lyrik seines Großvaters
September 27, 2026
September 27, 2026

Quito, höchstgelegene Hauptstadt der Welt und häufig Anziehungspunkt für deutsche Forscher (Foto: Classic Stories)

‍

Der Botschafter der Republik Ecuador in Deutschland, Vicente Albornoz, und die Direktorin des Ibero-Amerikanische Institut (IAI), Barbara Göbel, unterzeichneten Ende September 2026 einen Schenkungsvertrag. Tausende Bücher, Zeitschriften, Originalmanuskripte, Landkarten, Fotografien und Negative wandern nun ins IAI der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.  

‍

Bei seinem Antrittsbesuch im Institut stieß Botschafter Albornoz auf einen lyrischen Gruß seines Großvaters aus dem Jahr 1896 (Foto: IAI)

‍

Quito ist – mit knapp 3.000 Meter Höhe in den Anden gelegen – die höchste Hauptstadt der Welt. Ecuador war häufig Anziehungspunkt für deutsche Archäologen und andere Wissenschaftler. Dies spiegelt sich in den Sammlungen wider, die Gegenstand des Schenkungsvertrags sind, darunter Dokumente des deutschen Geografen, Geologen und Botanikers Theodor Wolf, dessen Studien im offiziellen Auftrag des ecuadorianischen Staates in sein Hauptwerk Geografía y Geología del Ecuador (1892, Leipzig) geflossen sind. Hervorzuheben ist auch der Nachlass des Archäologen und Sprachwissenschaftlers Max Uhle (1856-1944). Er gilt als Begründer der systematischen Archäologie Südamerikas. 

‍

Botschafter Albornoz ließ sich bei der Unterzeichnung des Schenkungsvertrags vom Gesandten seiner Botschaft, León Pablo Avilés, vom Konsul Jorge Fabara und der Kulturbeauftragten Natasha Canelos begleiten. 

‍

Lyrik vom eigenen Großvater entdeckt 

Der Botschafter und der Gesandte kannten das IAI aber schon davor. Anfang des Jahres machte der damals neue Botschafter seinen Antrittsbesuch im Institut und tauschte sich mit der Direktorin zu den kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Ecuador und Deutschland aus. Dabei machte er in den Beständen der Bibliothek des IAI eine überraschende Entdeckung: In einer Ausgabe der Zeitschrift Revista de la Sociedad Figarovon aus dem Jahr 1896 steht „ein lyrischer Text“, der von seinem Großvater stammt. Miguel Angel Albornoz war ein ecuadorianischer Politiker, Diplomat, Journalist und Intellektueller. Er verstarb 1964 in Quito mit 91 Jahren. 

Barbara Göbel vom Ibero-Amerikanischen Institut und Vicente Albernes bei der Unterzeichnungszeremonie (Foto: IAI)

Bereits 2024 hatte das IAI viel Material mit Beständen aus Ecuador übereignet bekommen. Das war im Anschluss an die Frankfurter Buchmesse, auf der sich die Buchhandelskammer des Landes präsentiert hatte.

ekö

‍