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120 Jahre Verein der Auslandspresse: eine der ältesten Journalistenvereinigungen der Welt

Deutschland im Spiegel der Auslandskorrespondenten / VAP feiert mit Bundeskanzler Merz am 16. November 2026 in Berlin
November 4, 2026
November 3, 2026

Von Ewald König

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Die Persiflage auf den "Internationalen Frühschoppen" zählte zu den Höhepunkten des Auslandspresseballs in Bonn. Der Auslandspresseball fand alljährlich im Amerikanischen Club statt und galt als kleiner Bruder des Bundespresseballs. Hier ein improvisierter "Internationaler Frühschoppen" mit Fragen an Korrespondenten aus dem Jahr 1991. Von rechts: Don Jordan (USA) als Moderator, Olga Borobio (Mexiko), Sudqi Hamdan (Kuwait), Nils Morton Udgaard (Norwegen), Wladimir Markow (Sowjetunion), Ahmet Külahci (Türkei). Den Umzug nach Berlin überlebte der Auslandspresseball nicht.(Foto: Ewald König)

‍Der Verein der Ausländischen Presse (VAP) ist die älteste Journalistenorganisation Deutschlands und eine der ältesten der Welt. Als Korrespondent mit der mutmaßlich längsten Mitgliedschaft – seit 1985, mehr als ein Drittel der 120 Jahre – erlaube ich mir, Geschichte und Gegenwart des VAP nachzuzeichnen.

 

Aus dem Archiv des Auswärtigen Amts: "Acten betreffend die Presse" über die Gründung des Vereins der Ausländischen Presse vom August 1906

DIE ANFÄNGE

 

Gegründet wurde der VAP im Jahr 1906 von einem meiner Vorgänger, dem damaligen Deutschland-Korrespondenten "meiner" Zeitung in Wien. 120 Jahre lang beobachten Korrespondenten Land und Leute. Viele Tausend ausländische Journalisten haben seit 1906 Deutschland erlebt, in Hunderttausenden Beiträgen beschrieben und damit das Deutschlandbild in der Welt mitgeprägt. 34 Mitglieder waren es bei der Gründung im Jahr 1906. Derzeit zählt der Verein der Ausländischen Presse an die 350 Deutschland-Korrespondenten aus knapp sechzig Ländern. Nahezu alle in Deutschland akkreditierten ausländischen Berichterstatter sind auch Mitglied im VAP.

 

Gegründet von einem Wiener

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Zum VAP habe ich als österreichischer Journalist ein besonderes Naheverhältnis. Nicht nur, weil ich vermutlich am längsten Mitglied bin (seit 1985) und in den fünf turbulenten Jahren nach der Wende selbst Vorsitzender des Vereins war, sondern weil auch der Gründungsvorsitzende ein Wiener Kollege war, der für "meine" Zeitung schrieb. Damals hieß sie noch Neue Freie Presse (gegründet 1848), später Die Presse. Jene Qualitätszeitung, für die ich fast drei Jahrzehnte lang als Redakteur und Deutschland-Korrespondent gearbeitet habe.

 

Probleme mit der Berliner Polizei

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Der Kollege und Vorgänger hieß Paul Goldmann, in Breslau geboren, 25-jährig Redaktionsmitglied der Neuen Freien Presse in Wien, danach Korrespondent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung in Brüssel, Paris und sogar China. 1902 ging er als Korrespondent nach Berlin, diesmal wieder für die Neue Freie Presse.

 

Nach vier Jahren Berlin fanden Goldmann und ein paar andere ausländische Kollegen, dass sie sich gegenüber Regierung und Behörden stärker organisieren sollten, um besser behandelt zu werden. Anlass waren offenbar Probleme mit den Berliner Polizeibehörden.

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Im Archiv des AA ausgegraben: Die Statuten des VAP zu seiner Gründung am 30. Juni 1906. Der VAP ist die älteste Journalistenorganisation Deutschlands und eine der ältesten der Welt

"Ergebene Mitteilung" 

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In einem Schreiben, datiert vom 30. Juni 1906, zeigte Goldmann dem Auswärtigen Amt die Gründung des Vereins an. Goldmann schrieb (in damaliger Rechtschreibung):

 

Ew. Hochwohlgeboren beehren wir uns, die ergebene Mitteilung von der Begründung unseres Vereins zu machen, welcher den grössten Teil der in Berlin lebenden Vertreter der ausländischen Presse umfasst. Gleichzeitig gestatten wir uns, unsere Statuten und Mitgliederliste beizufügen.

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Wir bitten Ew. Hochgeboren, unseren Verein, der seine Hauptaufgabe darin sieht, den Korrespondenten ausländischer Blätter die Ausübung ihrer Berichterstatter-Tätigkeit zu erleichtern, bei der Erfüllung dieser Aufgabe gütigst fördern zu wollen.

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Mit der Bitte, die Versicherung unserer verehrungsvollen Ergebenheit gütigst entgegennehmen zu wollen, Der Verein der ausländischen Presse, I.A.: Dr. Paul Goldmann, Vorsitzender

 

Das Schreiben erging an den Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Heinrich Leonhard von Tschirschky und Bögendorff, Königgrätzerstrasse 136, Berlin. Im Anhang folgten die 26 Paragrafen der Statuten und die Namen der 30 Mitglieder.

 

Stilkampf im Auswärtigen Amt

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Die Antwort – im Politischen Archiv des AA nachzulesen – belegt einen Stilkampf. Der adelige Staatssekretär entwarf als Antwortschreiben an Goldmann: "Für die freundliche Mitteilung von der Gründung des 'Vereins der ausländischen Presse' danke ich Ihnen und bitte ich Sie meinen verbindlichen Dank entgegennehmen und zugleich den Mitgliedern des Vereins meine besten Wünsche für sein Gedeihen und Wirken übermitteln zu wollen." Diese Ergüsse strich Otto Hammann, damals Pressereferent im AA, einfach durch und schlug stattdessen vor: "Der Verein wird sicherlich sehr segensreich wirken und ich wünsche ihm Gedeihen und vollen Erfolg."

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Auszug aus der allerersten Mitgliederliste des VAP von 1906. Dr. Paul Goldmann, Gründer des VAP, war einer meiner Vorgänger als Korrespondent der "Presse" (die damals noch Neue Freie Presse hieß)

Erste Sitzung im Kaffeehaus Austria

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Goldmann, damals vierzig Jahre alt, war der erste Vorsitzende. Er wohnte in der Dessauer Straße 19. Dass die erste VAP-Generalversammlung im Berliner "Kaffeehaus Austria" abgehalten wurde, ist daher nicht verwunderlich. Der erste Vorstand bestand – abgesehen vom Vorsitzenden aus Österreich – aus einem Italiener, einem Briten, einem Amerikaner, einem Russen, einem Franzosen und einem Schweden.

 

Damals musste jedes Jahr ein anderer Vorsitzender gewähltwerden, damit ja keine Nationalität zwei Mal hintereinander an der Spitzesteht. Heute gilt diese Regel nicht mehr.

 

Vorstand mit Vergnügungsausschuss

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Drei weitere Mitglieder bildeten sogar einen"Vergnügungsausschuss", dessen Aufgabe es war, "den geselligen Verkehr anzubahnen und zu pflegen". So dienten Lunches mit Diplomaten, Bierabende mit Politikern oder Tanztees mit Künstlern dem Netzwerken. Dieser Ausschuss ist im Laufe des Jahrhunderts leider abhanden gekommen.

 

20 kaiserliche Mark Jahresbeitrag

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Damals betrug der Jahres-Mitgliedsbeitrag 20 kaiserliche Mark. Heute zahlen die Kollegen 312 Euro pro Jahr und können dafür an zahlreichen – exklusiv für die VAP-Mitglieder organisierten – Gesprächen mit Spitzenpolitikern, Unternehmensführern und Experten, manchmal auch an Exkursionen teilnehmen. Ob sie vor 120 Jahren auch schon eigene Termine mit politischen Funktionären bekamen, ist nicht bekannt.

Mit Hakenkreuz: Stabschef Reichsminister Röhm empfing in Berlin die ausländische Presse und hielt eine Rede (Foto: Archiv)

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Schikanen in der NS-Zeit

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In der NS-Zeit gab es etliche Schikanen durch Propagandaminister Joseph Goebbels gegen den VAP. Korrespondenten wurden bespitzelt und eingeschüchtert, manche wegen ihrer kritischen Berichterstattung ausgewiesen oder mit Informationen über ihr Privatleben erpresst, wohlwollender zu schreiben. Treffen von Korrespondenten mit Informanten wurden schwieriger und gefährlicher. Dennoch behielt der VAP seine Unabhängigkeit.

 

Warnende Berichte nicht ernst genommen

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Der weitaus größte Teil der Deutschland-Korrespondenten aus der freien Welt verurteilte die Vorgänge im nationalsozialistischen Gastland. Doch warnende Berichte vieler Korrespondenten über die Entwicklung in Deutschland wurden anfangs in vielen Heimatredaktionen nicht genug ernst genommen. Zum Teil konnten sich Korrespondenten mit ihren Berichten aus dieser Zeit einen großen Namen machen. Einige spielten aber auch eine fragwürdige Rolle.

 

Zwischen 1945 und 1951 ruhte der Verein. Danach – Deutschland war inzwischen in zwei Staaten geteilt – mussten zwei von einander unabhängige Vereinigungen gegründet werden: der bundesweit zuständige VAP am Regierungssitz Bonn und der zweite, der seinen Sitz in Berlin hatte und auch den Auslandsjournalisten offenstand, die von Westberlin aus über die DDR berichteten.

 

Treffen der Auslandskorrespondenten mit Bundeskanzler Konrad Adenauer in Bonn

Mitteilung an Konrad Adenauer, Bundeskanzlei Bonn

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1951 wurde demnach in Bonn der "Verein der Ausländischen Presse in Deutschland e.V." gegründet. Am 13. September 1951 schrieb der Amerikaner Emlyn Williams einen Brief "An S.E. Herrn Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, Bundeskanzlei Bonn".

 

Darin zeigte er die Gründung wie folgt an: "Euer Exzellenz! Der Unterzeichnete gibt sich die Ehre, mitzuteilen, dass bei einer Versammlung von Auslands-Journalisten in 'La Redoute', Bad Godesberg, am 29.Januar 1951 einstimmig die Bildung des 'Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland e.V.' beschlossen worden ist. Der Sitz des Vereins ist Bonn."

 

"Sobald es die Verhältnisse erlauben"

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Mit Ausblick auf eine mögliche Wiedervereinigung hieß es damals schon: "Es besteht die Absicht, den in Bonn neugebildeten Verein der Auslands-Journalisten, sobald es die Verhältnisse erlauben, die Nachfolgeschaft des 'Vereins der Ausländischen Presse zu Berlin e.V.' antreten zu lassen."

 

Im ersten Vorstand wurden vier Plätze offen gehalten – "in der Hoffnung und Erwartung, dass diese Plätze durch je zwei Vertreter der Auslands-Korrespondenten in Berlin bzw. Frankfurt besetzt werden".

 

70 Korrespondenten aus sieben Ländern hatten sich bei der Gründung versammelt. Die Auslandspresse war zusammen mit der Bundespressekonferenz (die für die deutschen Parlamentskorrespondenten zuständig ist) für die nächsten vier Jahrzehnte in Bonn etabliert.

 

Unbekannter "General" im unbekannten Bonn

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Das kleine Bonn bereitete der Auslandspresse anfangs Probleme. Kein Amerikaner, kaum ein Europäer konnte mit dem Städtchen am Rhein etwas anfangen. Ihre Berichte fingen daher stets mit "Bonn (West Germany)" an. Erst Anfang der sechziger Jahre konnte man auf diesen Zusatz verzichten.

 

Auch die zitierten Pressestimmen aus dem Bonner General-Anzeiger sorgten gelegentlich für internationale Verwirrung. Dieser vermeintliche "General" war in den Staatskanzleien der Welt unbekannt. Man wusste nicht, wie seine Meinung einzuschätzen sei.

 

Das Bonner Provisorium

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Anfangs wohnten nur wenige der Auslandsjournalisten in Bonn. Die Wohnmöglichkeiten reichten nicht aus. Und niemand wusste, wie lang das Bonner Provisorium anhalten würde. Viele Engländer waren in Düsseldorf, Amerikaner in Frankfurt und Franzosen in Koblenz ansässig.

 

1955 kamen sowjetische Korrespondenten nach Bonn. Auch sie wurden in den VAP aufgenommen, allerdings erst nach längeren Diskussionen.

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Als Vorsitzender des VAP eröffnete ich fünf Ausgaben des Auslandspresseballs mit einer Begrüßungsrede. Er fand stets im Amerikanischen Club in Bonn-Bad Godesberg statt (hier: 1994)

Im Schatten der Chinapolitik

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Seine Unabhängigkeit musste der VAP immer wieder demonstrieren. Als die Chinapolitik der USA und anderer Nationen eine Wende erfuhr, sollte der VAP die Korrespondenten aus der Republik China (Taiwan) ausschließen, bevor die Journalisten aus der Volksrepublik China beitreten würden. Doch der VAP beugte sich diesen Forderungen nicht. Nach langem Tauziehen akzeptierten die von Peking entsandten Korrespondenten schließlich ihre Kollegen aus Taiwan und traten dem VAP bei.

 

 

DEUTSCH-DEUTSCH

 

Die DDR-Korrespondenten in Bonn

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Die westdeutschen Korrespondenten, die aus der DDR berichteten – Karl-Heinz Baum, Dieter Bub, Joachim Jauer, Lothar Loewe, Fritz Pleitgen, Peter Pragal, Claus Richter, Dirk Sager, Michael Schmitz, Peter Jochen Winter und andere – waren durchaus berühmt. Im Gegensatz dazu war über die ostdeutschen Korrespondenten, die aus der BRD berichteten, nahezu nichts bekannt.

 

Als im November 1989 die Mauer fiel, waren in Bonn folgende Korrespondenten von DDR-Medien tätig: Das Ehepaar Horst und Ilse Schäfer für den Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN), das Ehepaar Hans-Werner und Gabriele Oertel ebenfalls für den ADN, Dr. Lutz Renner und Klaus Unzu für das DDR-Fernsehen, Alfred Fleischhacker für den DDR-Rundfunk sowie Werner Otto für das Neue Deutschland.

 

Berichte aus dem deutschen Ausland

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Als langjähriger VAP-Vorsitzender kannte ich die meisten persönlich. Einer, der zu dieser Zeit auch noch gern in Bonn gewesen wäre, aber nicht mehr durfte, war Ralf Bachmann. Der ADN- Korrespondent zählte zu den beliebtesten Kollegen in Bonn. Ihm zuzuhören, wenn er in den Fluren des Pressehauses – durchaus vorsichtig, dennoch gewagt – Anekdoten oder Hintergründe preisgab, war spannend. Doch seine Offenheit wurde ihm zum Verhängnis. Er und seine Frau Ingeborg gerieten in die Mühlen der Geheimdienste beider Seiten und zu Hause in Misskredit. Sie wurden – gegen ihren Willen und völlig unvorbereitet – schon 1987 nach Ostberlin zurückbeordert.

Ralf Bachmann aus der DDR, Korrespondent des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes ADN, stellt in der Bundespressekonferenz in Bonn eine Frage an den Regierungssprecher (1986). Die Mitgliedschaft der DDR-Kollegen im VAP als "Auslands"-Korrespondenten sorgte anfangs für heftige Debatten

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Die BRD als Dame ohne Unterleib

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Die DDR-Journalisten wurden nicht ausdrücklich zum Lügen genötigt, wie sie mir später erzählten, sondern indirekt durch Verschweigen von Wahrheiten. Ralf Bachmann: „Wir zeigten die Bundesrepublik wie der Zauberer die Dame ohne Unterleib.“ Da aber die meisten DDR-Bürger (verbotenerweise) ohnehin das westdeutsche Fernsehen als Informationsquelle hatten, war die eingeschränkte Berichterstattung „ausgemachter Schwachsinn“.

 

Verschwiegene Wahrheiten, verschwundene Interviews

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In schlimmster Erinnerung hatten die DDR-Kollegen jene polemisierenden Artikel, die nicht von ihnen selbst geschrieben, aber unter ihrem Namen erschienen waren. Die "Ghostwriter" saßen im Politbüro und im Zentralkomitee. Ebenso schlimm war es, wenn sie Interviews mit deutschen Politikern führten, deren Aussagen aber in der Zentrale aber missfielen, und die Interviews daher verschwanden.

 

Bonn war für DDR-Schreiber nicht attraktiv

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Zwar war Bonn von allen Korrespondentenplätzen einer der wichtigsten für die DDR, aber nicht der beliebteste. Manche der DDR-Journalisten hatten sich sogar gegen die Versetzung nach Bonn gewehrt. Nach anderen Stationen im Ausland wollten sie nicht in das „miefige Provinznest“ am Rhein. Bitter empfanden sie auch, dass sie ihre Kinder in Ost-Berlin zurücklassen mussten, gleichsam als Pfand.

 

Abgehört von beiden Seiten

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Die Konstellation der westdeutschen Korrespondenten in der DDR und der DDR-Korrespondenten in Westdeutschland war weltweit wohl einmalig. Sie wurden vom Gastland beschattet, aber auch von den eigenen Leuten beobachtet, und sie standen selbstverständlich im Ruf, Spionageaufträge zuhaben. In ihren Wohnungen wurden alle Gespräche abgehört – und zwar von den Geheimdiensten beider Seiten.

 

Der Rotstift war verboten

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Für die DDR-Kollegen galten einige Sprachregelungen. Dafür gab es aus Ost-Berlin ein sogenanntes Tabu-Buch. Tabu waren Berichte über Zwischenfälle an der Mauer, Meinungsverschiedenheiten unter westdeutschen Friedensbewegungen, Kritik an der chinesischen Führung oder an Willy Brandt und zeitweise sogar an Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß, der den berühmten Milliardenkredit eingefädelt hatte. Bei Berichten über Streichungen im Bonner Haushalt durften sie nie das Wort „Rotstift“ verwenden. Auch Reportagen über westdeutsche Landschaften waren untersagt, sie hätten das Fernweh der DDR-Bürger fördern können.

 

Inlandspresse oder Auslandspresse?

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Ein wenig bekanntes Stück deutsch-deutscher Mediengeschichte: Bis zuletzt war strittig, ob die ostdeutschen Korrespondenten, die aus der Bundesrepublik berichteten, zur Inlands- oder zur Auslandspresse gehören sollten. Ihre Mitgliedschaft war heftig diskutiert. In der Bundespressekonferenz der bundesdeutschen Parlamentsberichterstatter wollten die DDR-Journalisten keinesfalls mitmachen; das wäre mit dem Selbstverständnis der DDR als souveränes Ausland unvereinbar gewesen.

 

Vorbehalte in Bonn

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Gegen einen Beitritt in der Auslandspresse gab es jedoch große Vorbehalte im Bonner Politikbetrieb: Deutsche in Deutschland als Auslandsjournalisten, BRD und DDR füreinander Ausland, das war in Bonn mit Blick auf das Ziel Wiedervereinigung nicht vorstellbar. Das Bundespresseamt war lange Zeit nicht bereit, die Journalisten aus der DDR als Auslandskorrespondenten zu akkreditieren.

 

Zäsur per Grundlagenvertrag

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VAP-Vorstandsmitglied Werner A. Perger, Journalist aus Österreich, damals ebenfalls Korrespondent meiner Zeitung Die Presse, fand mit Hilfe des Grundlagenvertrags von 1972 einen Weg für die Mitgliedschaft der DDR-Kollegen im Verein der Ausländischen Presse. Dass sich mit der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt das Verhältnis zwischen BRD und DDR etwas entspannte, spiegelte sich auch ich in der Medienpolitik beider Seiten wider.

 

Akteure deutsch-deutscher Politik

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Somit konnten die ostdeutschen Journalisten in Westdeutschland doch als Auslandskorrespondenten arbeiten. Das war ihnen sehr wichtig. Nicht nur wegen der Gesprächstermine des Vereins mit Politikern, sondern weil sie als Vertreter eines selbstständigen Staates wahrgenommen wurden. Die DDR-Korrespondenten aus der BRD und die BRD-Korrespondenten aus der DDR waren letztlich selbst Akteure deutsch-deutscher Politik.

 

Gleiche Rechte, gleiche Pflichten

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Im VAP hatten sie die DDR-Korrespondenten die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen 500 Korrespondenten aus 70 Ländern dieser Welt. Es gab weder Bevorzugungen noch Einschränkungen. Der einzige Vorteil war ihre Sprache. Andere Auslandskorrespondenten mussten sich im Gastland mit Deutsch als Fremdsprache abmühen.

 

Sensible Pressetermine

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Von brisanten Hintergrundgesprächen mit Politikern, von Pressefahrten in die Bundesländer, von Wahlpartys in den Parteizentralen oder von VAP-Terminen im Bundeskriminalamt, im Bundesnachrichtendienst oder beim Verfassungsschutz waren die DDR-Journalisten nicht ausgeschlossen. Als Berufsverband der Weltpresse hätte der VAP eine unterschiedliche Behandlung seiner Mitglieder nicht akzeptiert. Mit ihren Fragen bei Politikerterminen haben die Die DDR-Kollegen auch nicht ideologisch agitiert.

 

Zugang zur Regierungspressekonferenz

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Als Mitglieder des VAP hatten sie auch ganz normalen Zugang zu den Regierungspressekonferenzen in der Bundespressekonferenz. Diesen Zugang haben ausschließlich die Mitglieder der BPK und des VAP. Sogar am Bundespresseball, einem der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse des Jahres mit enger Nähe zur politischen Prominenz, durften sie als VAP-Mitglieder teilnehmen. Sie haben davon aber selten Gebrauch gemacht, die Ballkarten dürften ihnen zu teuer gewesen sein.

 

DIE WENDE

 

Ausschluss um Mitternacht

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Um Mitternacht des 2. Oktober 1990 mussten diese Kollegen jedoch den VAP verlassen. Denn um null Uhr am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, waren aus den Auslandskorrespondenten plötzlich Inlandsjournalisten geworden. Die Mitgliedschaft war damit automatisch beendet. Für sie bedeutete der Beitritt zur BRD den Austritt aus dem VAP.


Einer der DDR-Korrespondenten, Horst Schäfer von der Ostberliner Nachrichtenagentur ADN, war 1990 sogar Mitglied des VAP-Vorstands. Er hatte für diese Position kandidiert und war von der Mehrheit in der Generalversammlungprompt tatsächlich gewählt worden, obwohl es einen Gegenkandidaten gab. An sich ein normaler demokratischer Vorgang – und dennoch ein deutsch-deutsches Politikum. Das war gleich im ersten meiner fünf Vorsitzenden-Jahre.

 

Historischer Moment im deutschen Medienwesen

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Am 2. Oktober musste Schäfer als Neu-Bundesbürger aus dem Vorstand des VAP ausscheiden. Er wäre lieber Auslandskorrespondent für die DDR geblieben. Der historische Moment und die formelle Ausladung der DDR-Kollegen waren mir als Vorsitzendem einen gemeinschaftlichen Sektumtrunk wert. In der letzten Vorstandssitzung mit Schäfer stießen wir auf das Ende eines VAP-Kapitels an und wünschten ihm und seinen Kollegen alles Gute für die Zukunft.

 

Schäfer damals: "Der große Schmerz, dass mir die ganze DDR abhanden gekommen war, überlagerte den kleineren, nämlich den VAP verlassen zu müssen. Die Arbeit dort hat mir Spaß gemacht, ich war auch ein wenig stolz darauf."

 

Auf seinen frei gewordenen Platz im Vorstand rückte am 3. Oktober automatisch das Mitglied mit der nächsthöheren Stimmenzahl nach, es war der amerikanische Kollege Don Jordan, ideologisch das genaue Gegenteil.

 

Misstrauische Bundespressekonferenz

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In der Bundespressekonferenz wurden die DDR-Journalistenallerdings nicht automatisch als Mitglieder übernommen. Es gab keine Sonderregelung für sie. Sie mussten sich um die Mitgliedschaft neu bewerben. Das empfanden viele von ihnen als demütigend.

 

Mauerfall und Weltpresse

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Nach dem Fall der Mauer schnellte die Zahl der VAP-Mitglieder in die Höhe. Die Wiedervereinigung rückte Deutschland in den Mittelpunkt des Weltinteresses. Viele Medienhäuser schickten Berichterstatter nach Bonn und Berlin, andere stockten ihre bestehenden Korrespondentenbüros auf.

 

1991, als die "Mini-UNO" in Bonn ihren 40. Geburtstag feierte, waren knapp 500 Journalisten aus 66 Ländern Mitglied des VAP. Später pendelte sich die Zahl wieder bei 420 ein, derzeit sind es sogar nur 350.

Das Foto im Hintergrund zeigt die legendäre Pressekonferenz vom 9. November 1989 in Ost-Berlin, in der Günter Schabowski sein berühmtes "...sofort, unverzüglich" sagte. Auch hier waren viele Auslandskorrespondenten dabei. Riccardo Ehrman von der italienischen Agentur ANSA (vorne am Rand des Podiums hockend) lenkte das Thema auf die neuen Reiseregelungen der DDR. Die entscheidende Zwischenfrage kam aber von Peter Brinkmann (im Hintergrundfoto in der ersten Reihe sitzend und nach rückwärts gewandt, im Vordergrund in einem TV-Gespräch mit mir, dem einzigen Österreicher in der historischen Pressekonferenz)

 

„Sofort, unverzüglich“ – Mythen und Fakten

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Beim Mauerfall spielte ein VAP-Mitglied eine bedeutende Rolle. Die wichtigste Pressekonferenz Nachkriegsdeutschlands war wohl die von Politibüromitglied Günter Schabowski vom 9. November 1989. Riccardo Ehrman, Korrespondent der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, lenkte in der 53. Minute das Thema auf die neuen Reiseregelungen der DDR. Das ist zweifellos sein Verdienst, wenn auch die entscheidende Zusatzfrage „Wann tritt das in Kraft?“, die Schabowskis historische Antwort „…sofort, unverzüglich“ auslöste, nicht von ihm stammte – auch wenn er dies jahrzehntelang behauptet hatte. Sie kam tatsächlich vom deutschen „Bild“-Journalisten Peter Brinkmann. Doch immerhin war es ein Auslandskorrespondent, der am Vorabend des Mauerfalls der deutschen Geschichte nachhalf.

 

Verblüffende Umfrage: Bonn oder Berlin

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Als Vorsitzender ließ ich 1991 die Bonner Büroleiterin Marion Hoffmeyer eine Umfrage unter den Korrespondentenkollegen machen, wie wohl die Hauptstadtentscheidung und die Regierungssitzfrage ausgehen würde. Ich wollte außerdem wissen, was sie persönlich bevorzugen würden.

 

Das Ergebnis war für mich als Berlin-Befürworter verblüffend: Die Mehrheit der Bonner VAP-Mitglieder erwartete, dass die Hauptstadtentscheidung des Bundestags zugunsten Bonns ausgehen würde. Und ebenfalls die Mehrheit der Korrespondenten votierte auch persönlich für den Verbleib in Bonn. Sie sollten sich irren.

 

Berliner VAP-Filiale

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Für die zunehmende Arbeit in Berlin eröffnete ich für den Bonner Bundes-VAP ein eigenes Filialbüro in Berlin – in jenem Gebäude des Internationalen Pressezentrums der DDR (IPZ) in der Mohrenstraße (die jetzt Anton-Wilhelm-Amo-Straße heißt), in dem Günter Schabowski seine historische Mauerfall-Pressekonferenz abgehalten hatte. Wir teilten uns in dieser Außenstelle eine Sekretärin mit der Außenstelle der Bundespressekonferenz.

 

Diese Filiale war nötig geworden, weil die Zusammenarbeit mit dem bestehenden lokalen Berliner VAP zunächst alles andere als einfach war. Der Berlin-VAP war offensichtlich davon ausgegangen, dass sich der Bundes-VAP auflösen würde, und widersetzte sich jeder Zusammenarbeit. Die Atmosphäre war geprägt von Eifersucht und Verleumdungen. Nur allmählich entspannte sich das Verhältnis. Erst zum Regierungsumzug 1999 – volle zehn Jahre nach dem Mauerfall! – vereinigten sich die beiden Verbände zu einem einzigen VAP, der natürlich seinen Sitz in Berlin nahm.

 

GEGENWART

 

Die Hälfte der Kollegen aus Westeuropa

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Von den Kollegen arbeiten zur Zeit die allermeisten in Berlin, wenige sitzen in Bonn, ein paar in Köln oder Düsseldorf, einige in Frankfurt am Main (mit Schwerpunkt Finanzpolitik und Börsengeschehen), einzelne auch in München oder anderen Städten.

Häufig werden Auslandskorrespondenten eingeladen, in deutschen Medien ihr Deutschland-Bild zu beschreiben. Hier in der "Zeit" vom Dezember 2017

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Die Hälfte der Auslandsjournalisten arbeitet für westeuropäische Medien, gefolgt von den USA und Asien, speziell Japan. Manche Korrespondenten sind nicht nur für Deutschland, sondern gleich für halb Europa zuständig.

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Enttäuschend ist die Zahl der osteuropäischen Berichterstatter, und ganz wenige Kollegen berichten für lateinamerikanische oder afrikanische Medien. Zum Beispiel haben so große Länder wie Indien, mit knapp 1,5 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt, oder Pakistan (260 Millionen) oder Nigeria (245 Millionen) keinen einzigen Medienvertreter, der aus Deutschland berichtet. Das sagt viel aus.

 

 

Trend zu Freien

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Regine Standke, bis Ende 2019 Büroleiterin des VAP, registrierte seit Jahren bei den Neuanmeldungen, wie sich die Arbeitsbedingungen der Korrespondenten ändern. Waren früher fast alle bei dem Medium, von dem sie nach Deutschland entsandt wurden, angestellt, sind es heute immer mehr freie Mitarbeiter. Der typische Freie ist durchschnittlich jünger als der typische Festangestellte. Das kommt die Verlage billiger. Und aus welchem Land sie kommen, ist zunehmend zweitrangig. Standke nennt Franzosen, die für britische, Briten, die für amerikanische und Amerikaner, die für britische Medien schreiben oder senden.

 

Eine Gruppe von Auslandskorrespondenten zu Besuch im Axel-Springer-Konzern in Berlin-Mitte (im Juni 1993). V.r.n.l.: Georg Fürböck (Österreich), Fred David (Schweiz), Lynn Weill (USA), Hetty Hessels (Niederlande), Ewald König (Österreich, damals Vorsitzender des VAP), Hassan Billal (Großbritannien), Phan-huy Oánh (Vietnam), Rudi Burger (Schweiz), Don Jordan (USA), ganz links zwei Repräsentanten des Springer-Verlages

Auslandspresseball mit Kabarett ist passé

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Der Auslandspresseball, den der VAP alljährlich im Amerikanischen Club in Bonn veranstaltet und der sich als sympathischer kleiner Bruder des Bundespresseballs etabliert hatte, überlebte den Berlin-Umzug des Hauptstadtbetriebs ebenso wenig wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts der VAP-Vergnügungsausschuss.

 

Das ist schade, da damit auch die kabarettistischen Einlagen verschwanden. Auf dem Auslandspresseball in Bonn hatten Kollegen, die durch Werner Höfers legendären "Internationalen Frühschoppen" durchaus prominent geworden waren, genau diese erfolgreiche TV-Talkshow nachgespielt. Don Jordan, über Jahrzehnte hinweg der Parade-Amerikaner schlechthin, betätigte sich als Moderator und stellte den Kollegen provozierende Fragen, die sie in ihren diversen Akzenten schlagfertig beantworteten. Dabei wurden die deutsche Innenpolitik und die internationalen Beziehungen auf die Schaufel genommen.

 

Tanzen? Tombola? Improvisiertes Kabarett? Heute ebenso undenkbar wie Werner Höfers damaliger echter Internationaler Frühschoppen, wo im Fernsehstudio Wein getrunken und Zigaretten geraucht wurden.

 

Aus einer Generalversammlung des VAP (2009) mit dem bekannten US-Korrespondenten Don Jordan, mit dem Österreicher Ewald König und dem Briten Clive Freeman (v.l.) im Saal der Bundespressekonferenz

 

Der aktuelle Vorstand (gewählt im Frühjahr 2026):

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Der aktuelle Vorstand des VAP besteht aus Tomasz Lejman (Vorsitzender,aus Polen), Ursula Moreno (Stellvertreterin, aus Spanien),ferner Uski Audino  (Italien), Rob Savelberg (Niederlande), Pascal Thibaut (Frankreich), Maria-Paz Lopez (Spanien) und Irene Anastassopoulou (Griechenland). 

 

Ob unsere Nachfolger im Jahr 2106 noch auf den 200. Geburtstag des VAP anstoßen dürfen? Gibt es dann überhaupt noch den Beruf des klassischen Korrespondenten? Wer wird einst welches Deutschland-Bild malen?  

 

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ZITATE 

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Es ist durchaus nicht gleichgültig, wie uns die Weltsieht. Denn wie uns die Welt sieht, so wird sie uns einschätzen und behandeln.

(Willy Stiewe, Autor des Buches "So sieht uns die Welt – Deutschland im Bild der Auslandspresse", 1933)

 

Die ausländischen Korrespondenten bringen ihre Perspektive und die Art zu fragen aus ihren jeweiligen Heimatländern mit, und diese können erfrischend anders sein als die der hiesigen Medienszene.

(Bundeskanzlerin Angela Merkel zum 100. Geburtstag desVAP)

 

Die Deutschen beschäftigen sich viel mit sich selbst und möchten deshalb gerne von uns ausländischen Journalisten wissen, wie sie von außen wahrgenommen werden. 

(Pascale Hughes, Korrespondentin für Le Point, Frankreich)

 

Den Mitgliedern des Vereins der Auslandspresse ist eines gemeinsam: Sie alle sind Botschafter Deutschlands. Ihre Analyse darüber, was die Bundesrepublik umtreibt, formt das Bild, das die Welt von uns hat. Sie 'übersetzen' Deutschland, machen unser Land ihrer Leserschaft im Ausland verständlich. 

(Frank-Walter Steinmeier, damals Außenminister, zum 100. Geburtstag des VAP im Jahr 2006)

 

Die Bundesrepublik und insbesondere die Bundeshauptstadt können sich glücklich schätzen, in der Welt durchweg eine „gute Presse" zu finden, weil die Welt gute Journalisten nach Deutschland schickt.

(Werner Höfer, Moderator des InternationalenFrühschoppens, 1981. Mit "Bundeshauptstadt" war noch Bonn gemeint)

 

Nach Deutschland werden nur die Besten geschickt.

(Bernd Fischer, Botschafter und Protokollchef a.D.)

 

Die deutschen Verantwortlichen, deren Land international stets an Bedeutung gewinnt, sollten in ihrer Medienarbeit wie in der Innenpolitik nicht nur kurzfristige Ziele im Auge haben, sondern berücksichtigen, dass die Auslandspresse in ihrer notwendigen Unabhängigkeit Teil der deutschen Außenpolitik ist.

(Pascal Thibaut, Korrespondent von Radio France Internationale (FRI) und langjähriger Vorsitzender des VAP)

 

Für viele Journalisten ist das der Traumjob: Auslandskorrespondent. Weit weg von der Zentrale; Nachrichten, Analysen, Reportagen und Kommentare für Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport; Reisen, Recherchen, der Zugriff auf die volle Bandbreite der Themen. Korrespondenten sind Chef im eigenen Berichtsgebiet - kaum ein Journalistenjob bietet so viel Freiheit und Erfüllung.

(Stefan Cornelius im Jahr 2020, eh. Ressortleiter Außenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, ehemaliger Korrespondent, gegenwärtig Regierungssprecher unter Bundeskanzler Friedrich Merz)