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„Wir verurteilen die Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe aufs Schärfste“

Jemen fordert die internationale Gemeinschaft auf, gegen die Bedrohungen für die internationale Schifffahrt entschlossener vorzugehen, und weist Behauptungen der Huthi-Miliz zurück. / OpEd von Jemens Botschafter Loai Aleryani
July 24, 2026
July 24, 2026
Das "Tor der Tränen": Bab al-Mandab, die Meerenge zwischen Arabien und Afrika

Die Botschaft der Republik Jemen in Berlin verurteilt auf das Schärfste die Ankündigung der terroristischen Huthi-Miliz, den internationalen Schiffsverkehr im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab anzugreifen. Diese gefährliche Eskalation richtet sich gegen eine der bedeutendsten internationalen Handelsrouten der Welt und verdeutlicht erneut die auf Terror, Piraterie und Erpressung beruhende Strategie der Miliz. Sie stellt einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht sowie gegen die einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen dar.

 

Vor diesem Hintergrund möchten wir Folgendes klarstellen: Erstens bekräftigt die Republik Jemen, dass sie die kriminellen Drohungen gegen diei nternationale Schifffahrt uneingeschränkt ablehnt. Außerdem verurteilen wir aufs Schärfste die fortgesetzten Akte der Piraterie und der Einschüchterung sowie die Angriffe der Huthi-Miliz auf Handelsschiffe. Diese Handlungen gefährden die Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al- Mandab, untergraben die Freiheit der Schifffahrt und bedrohen den regionalen wie internationalen Frieden, die internationale Sicherheit sowie den Welthandel.

Angebliche Blockade von Sanaa

Zweitens weist die Botschaft die Behauptungen der Huthi-Miliz über eine angebliche „Blockade“ von Sanaa oder des Jemen entschieden zurück. Diese Behauptungen entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Es gibt keine „Blockade“. Allein im ersten Halbjahr 2026 liefen mehr als 400 Handelsschiffe mit Lebensmitteln, Treibstoff, Baumaterialien und weiteren lebenswichtigen Gütern jemenitische Häfen an.

 

Loai Aleryani, Botschafter Jemens in Deutschland (Foto: Bundesregierung/Denzel)

Tatsächlich ist es die Huthi-Miliz selbst, die das Leid der jemenitischen Bevölkerung erheblich verschärft hat. Durch ihre Angriffe auf die Ölexporthäfen des Landes entzog sie dem jemenitischen Staat seine wichtigste Einnahmequelle.

 

Darüber hinaus beschlagnahmte sie Flugzeuge der Yemenia Airways und verhinderte die Wiederaufnahme des zivilen Luftverkehrs, indem sie sämtliche Initiativen zur Erleichterung ziviler Flüge – darunter auch die jordanische Initiative – ablehnte. Die Miliz missbraucht weiterhin zivile Einrichtungen für militärische und politische Zwecke und schadet damit der jemenitischen Bevölkerung.

 

Drittens bekräftigt die Republik Jemen, dass der Frieden ihre strategische Priorität bleibt. Die international anerkannte Regierung setzt sich weiterhin nachdrücklich für alle ernsthaften Bemühungen um eine umfassende und dauerhafte politische Lösung ein. Zugleich sind der Schutz der Souveränität, der Unabhängigkeit, der territorialen Integrität und der nationalen Sicherheit des Jemen verfassungs- und völkerrechtliche Verpflichtungen, von denen nicht abgewichen werden kann. Als souveräner Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen besitzt der Jemen das legitime Recht, sein Staatsgebiet, seine Hoheitsgewässer und seine nationalen Interessen im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen sowie den Grundsätzen des Völkerrechts zu schützen.

 

Sicherheit im Roten Meer

Viertens bringt die Botschaft ihre große Wertschätzung für die kontinuierliche Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland für den Jemen zum Ausdruck. Wir blicken einer weiteren Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit mit Zuversicht entgegen. Gemeinsames Ziel bleibt die Förderung des Friedens im Jemen, die Gewährleistung der Sicherheit im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab, der Schutz der internationalen Handelswege sowie die Stärkung der legitimen staatlichen Institutionen des Jemen.

 

Die Botschaft der Republik Jemen in Berlin ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, gegenüber den Bedrohungen der Huthi-Miliz für die internationale Schifffahrt eine entschlossenere Haltung einzunehmen. Außerdem sind die einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen konsequent umzusetzen und die legitime Regierung des Jemen weiterhin bei der Wiederherstellung der staatlichen Autorität und der nationalen Souveränität zu unterstützen.

 

Dies ist der entscheidende Weg zu einem dauerhaften Frieden im Jemen sowie zur Gewährleistung der Sicherheit im Roten Meer, in der Meerenge Bab al-Mandab und entlang der internationalen Handelswege.