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Indiens „Tag der Republik“ für Diplomatie und Diaspora

Warum Botschafter Ajit Gupte den Besuch von Kanzler Friedrich Merz so lobt
January 26, 2026
January 26, 2026
Botschafter Ajit Gupte (Mitte) feierte den Tag der Republik mit Hunderten Landsleuten aus der großen Diaspora in den Tegeler Seeterrassen, die seit Jahresbeginn vom indischen Gastronomen Barjinder Sodhi (li.) betrieben werden (Foto: Miran Kwak)

Die Indien-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) von Mitte Januar stand im Mittelpunkt der Rede von Botschafter Ajit Gupte auf dem indischen Nationalfeiertag („Tag der Republik“) in den Tegel-Terrassen im Norden Berlins am Sonntagnachmittag sowie beim offiziellen Empfang im Hotel Ritz Carlton in Berlin-Mitte zum Wochenstart.

 

Botschafter Gupte erzählte, wie erfolgreich der Besuch Merz‘ in Indien gewesen sei. Sogar die Berichterstattung in den deutschen Medien über die Visite lobte er. Er betonte vor allem das Ziel der allerersten Asien-Reise des CDU-Politikers als Bundeskanzler. Die erste Station der Asien-Reise war nämlich Indien. Warum das eine so große Bedeutung für Indien hat und was der Botschafter damit eigentlich ausdrücken wollte, aber nicht aussprach: Es ging zuerst nach Indien und eben nicht nach China!

 

„Das zeigt ganz klar, welche hohe Priorität Indien in Deutschland genießt.“ Indien habe ein Schlüsselfunktion als strategischer Partner im Indopazifik inne, sagte der Botschafter. In diesem Jahr feiern Deutschland und Indien übrigens das 75-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen.

 

Aber nicht nur politisch, auch wirtschaftlich sei der Besuch sehr erfolgreich gewesen, so Gupte. Die Delegation habe aus 23 Unternehmenschefs der deutschen Industrie bestanden, es seien 19 Memorandums of Understanding (MoUs) unterzeichnet worden, unter anderem in der Rüstungsindustrie, mit Seltenen Erden und Raumfahrtprojekten.

In der indischen Diaspora stecken viele künstlerische Talente (Foto: Miran Kwak)

 

Gupte sprach am Sonntagnachmittag vor Hunderten Landsleuten in den Tegeler Seeterrassen, einem großen Gastronomiekomplex mit mehreren Veranstaltungssälen und Restaurants am Ufer des Tegeler Sees. Warum dort? Weil diese Anlage am 1. Januar von einem indischen Gastronomen übernommen wurde. Barjinder Sodhi betreibt bereits mehrere Restaurants in Berlin.

 

Die indische Diaspora ist – nach Großbritannien – die größte in Europa. „Die indische Community in Deutschland hat so viele Vereinigungen, dass man eigentlich einen Dachverband gründen müsste“, meinte der Botschafter des 1,4 Milliarden Einwohner großen Landes.

 

Anlass der Feierlichkeiten war der 77. „Tag der Republik“, organisiert vom Indian National Days Celebration Committee (INDCC), in dem viele Diaspora-Organisationen mitwirkten. Am 26. Januar 1950 hatte Indien seine Verfassung angenommen und sich damit zur „souveränen sozialistischen, säkularen und demokratischen Republik“ erklärt. Die indische Verfassung gehört zu den ausführlichsten der Welt. Die Rechte und Pflichten der Bürger sowie die Struktur der Regierung sind detailliert aufgelistet. Die Unabhängigkeit von der mehr als 200 Jahre lang andauernden britischen Kolonialherrschaft hatte sich Indien bereits im August 1947 erkämpft. Doch erst zweieinhalb Jahre später trat die Verfassung in Kraft – als Basis für den Tag der Republik.

 

 

Mehr über das deutsch-indische Verhältnis finden Sie im diplo.news-Interview vom 17. Juli 2025 mit dem deutschen Botschafter in Indien, Philipp Ackermann:

https://www.diplo.news/articles/deutschland-versteht-indien-nicht---dabei-ist-es-unser-wichtigster-partner-von-morgen

 

ekö